Augenblicke, Ideen, Leidenschaften und Löcher im Raum-Zeit-Kontinuum.

Überraschendes Glück am Abend

Nach einem verpatzten Rendez-vous bin ich am Abend bei der Schiffhaltestelle Landesmuseum für Stadtrundfahrten vorbeigelaufen. Das Schiff stand da, leer und bereit in 2 Minuten zu starten. Die Kurve ins Schiff war spontan. So hatte ich noch eine vergnügliche Stunde auf dem Wasser in Begleitung von Kapitän und Matrose. Das erste Mal nach all den Jahren in Zürich habe ich das geschafft.

Die Karwoche : verhüllte Kreuze und die Farbe Violett

Ein katholischer Karwochen-Brauch ist das verhüllen der Kreuze mit violettem Stoff. Das Bild gefällt mir. Den Gekreuzigten anzuschauen  finde ich immer wieder brutal und verstehe die  die Opferung des eigenen Sohnes nicht.Die Karwoche ist voller Rituale undn bereitet damit die Ostern vor. Eine grandiose Inszenierung.

Frühling an der Bertastrasse in Zürich 4

Es flirrt und leuchtet täglich mehr in den rosablühenden Bäumen links und rechts an der Bertastrasse. Ein kurzer, leuchtender Frühlingsrausch –  jedes Jahr ein einmaliger Moment.

Veit Heinichen liest in Lenzburg

Der Krimiautor mit dem Tatort Triest und Umgebung, dem Protagonisten Commissario Proteo Laurenti  liest aus seinem neuen Buch. Seine Frau kocht im Scabar in Triest und ihr gemeinsames Buch Stadt der Winde mit vielen literarischen Bezügen und kulinarischen Tipps rund um die Stadt Triest ist sehr lesenswert. Triest, immer noch ein Tor zum Osten, für die Habsburger früher der einzige Meeranstoss, hat eine spannende Geschichte.
Bild: Tapete im Literaturhaus Lenzburg.

Rotkohl

Den halben Rotkohl habe ich verkocht. Der Rest begann dann einmal im Kühlschrank an der Schnittstelle auszuschlagen. Ich habe ihn mit dem Sterzel ins Wasser gestellt und siehe da, er wuchs und wuchs ...

Offenes Singen in der ZHdK

Gestern war in der ZHdK von 12 bis 20 Uhr Singen angesagt. Studentinnen und Studenten haben sich einzeln und in Gruppen und in allen Sparten des Gesangs auf der Kaskade, dem grossen Aufgang in der Schule, öffentlich produziert. Es hatte nicht viele Zuhörer, vor allem Mitstudierende waren da.  Sängerinnen und Sänger aus allen Ländern haben Lieder aus ihrer Heimat vorgetragen. Es war berührend und faszinierend so viele unterschiedliche junge Stimmen zu hören. Um 20 Uhr gabs dann Bier und Sandwiches für alle und ein gemeinsames Singen.  Eine schöne Idee, hoffentlich machen sie es wieder.

Umzug ins Altersheim

Mein Nachbar firman zieht heute ins Altersheim. Das ist eine längere Geschichte, also die Verbereitungszeit war da, er wollte gehen. Aber schlussendlich steht er unvorbereitet und verstört in seiner Wohnung. Lebenslang Angesammeltes türmt sich, kommt wieder zum Vorschein und Firman versinkt in Erinnerungen an gute Zeiten. Er scheint mir wie blockiert, er kann nicht vorwärts schaffen. Da muss er wohl nun durch, hoffe er kommt gut raus auf der andern Seite!

Chäs u Cole – Fotos vom Wanderfotografen Johann Schär

Das Kunsthaus Langenthal zeigt das Lebenswerk von Landwirt, Bannwart und Lokalfotografen Johann Schär (1855–1938).  Er begann um 1900 zu fotografieren. Ich stelle mir vor, wie er mit der zu dieser Zeit noch riesengrossen Fotoausrüstung beladen durch die Gegend streifte, berufshalber im Wald, über die verstreuten Höfe, auf Auftrag  bei einem Familien- oder Dorffest ... . Zwischen 1900 bis zirka 1930 sind Zeitdokumente und Stimmungsbilder aus seinem Dorf Gondiswil und den angegliederten Hofweilern entstanden. Alle Bereiche des Lebens haben ihn interessiert und auf die Glasplatten gebannt: Maschinen, Arbeit, Menschen bei der Arbeit beim Musizieren, beim Feiern, stolz vor ihren Häusern, vor ihren Geschäften, mit ihren Tieren. Zum Beispiel Handwerker, wie den Schlosser mit seinen Chuscht-Herden,  den Möbelschreiner mit seiner Ausstellung von Bettaussteuern für Brautleute. Porträts von Kind und Kegel mit Hund. Ja, der Hund ist fast immer dabei, sitzt manierlich neben seinem Meister, seiner Meisterin ... .  Dieser Pionier-Fotograf war ungemein neugierig und hatte neben dem Dokumentieren ein grosser Gestaltungswillen.